Ein unvergessliches Erlebnis
Unsere Young Olympic Ambassadors blicken zurück auf ihre einflussreiche Zeit in Griechenland
Hermann und Chab am IOA-Campus. © Chab |
Natalie Hermann und Luis Chab vertraten die Deutsche Olympische Akademie (DOA) vom 8. bis 21. Juni bei der 64. Internationalen Session für Young Olympic Ambassadors (YOA) an der Internationalen Olympischen Akademie (IOA) in Griechenland. Gemeinsam mit 140 Teilnehmenden aus 80 Ländern setzten sie sich intensiv mit der Olympischen Idee auseinander, diskutierten in Arbeitsgruppen über die Zukunft der Olympischen und Paralympischen Spiele, verfassten Paper für das Internationale Olympische Komitee (IOC) und erlebten neue Kulturen.
Olympische Botschafter*innen mit großem Potenzial
Zwei zukünftige Multiplikator*innen, die wissbegierig und mit vielen olympischen Erfahrungen nach Griechenland reisten – das sind Natalie Hermann und Luis Chab. Natalie hat als Turnerin in der Rhythmischen Sportgymnastik an den Olympischen Spielen in Rio 2016 teilgenommen, verschiedene Ausbildungen als Trainerin absolviert und studiert im Master Umweltmanagement und Stadtplanung. Luis ist freiberuflicher Pädagoge und Tennistrainer, hat Sportwissenschaften in den USA sowie Lehramt an der Universität Regensburg studiert und die IOA bereits während seiner Teilnahme am DOA-Olympiaseminar 2022 kennengelernt.
Um für die YOA-Session ausgewählt zu werden, mussten beide einen „Plan of Initiatives“ einreichen, wie sie die Olympische Idee in ihrer Heimat verbreiten möchten. Luis entwirft u. a. ein Bildungsprojekt namens „Mini Olympic Games“, das den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördert: „Participants can engage in their preferred discipline, representing the nation they identify with, no matter what is written on their passport.“ Natalie möchte die DOA zukünftig bei Projekten unterstützen und sich für eine Olympiabewerbung in Deutschland einsetzten.
Aus der Geschichte lernen, um die Zukunft zu gestalten
An der IOA erwartete die beiden aber zunächst ein vielfältiges Programm, das hier eingesehen werden kann. Ein zentraler Schwerpunkt: die Rolle von olympischen Athlet*innen in der modernen Gesellschaft.
In Impuls- und Fachvorträgen erhielten sie einen Rundumblick über die Olympische Bewegung. Zum Einstieg sprach Prof. Dr. Manfred Lämmer, langjähriges DOA-Vorstandsmitglied, über „The role of the athletes in ancient Greek society“. Der Sporthistoriker beleuchtete die Funktion und Bedeutung der Sportler*innen in der antiken griechischen Gesellschaft und zeigte, wie sich die Werte der Olympischen Spiele im Laufe der Geschichte verändert haben.
Einen Bogen in die Gegenwart spannte Prof. David Howe von der Western University in Kanada. In seinem Vortrag „The role of the paralympic athlete in modern society” befasste er sich mit den Herausforderungen im Hochleistungssport und regte die Ambassadors mit der These „high performace sport will never be inclusive“ zum Nachdenken an.
Praktisch wurde es mit der Ex-Profifußballerin Viktoria Conde Sancho, die ihr Kartenspiel „FIX IT! The Sports Integrity and Values Game“ vorstellte. Es wurde entwickelt, um in Sport- und Bildungseinrichtungen ein sicheres Umfeld zu schaffen und wichtige gesellschaftliche Themen spielerisch zu vermitteln.
Nach dem Frontalunterricht wurde es interaktiv: In Arbeitsgruppen kamen die YOAs zusammen, um die Olympische Bewegung weiterzudenken und Lösungsvorschläge für ihre Herausforderungen zu entwickeln. Die Ergebnisse hielten sie als Paper fest, die an das IOC weitergeleitet werden sollen. Ihre gebündelten Ideen haben wir in einem zweiten Nachbericht beleuchtet.
Inspirierende Geschichten von Mut und Widerstandsfähigkeit
Als Höhepunkt der Session galten für viele die persönlichen Berichte von olympischen Athlet*innen, welche die Zuhörenden begeisterten. Natalie Hermann erzählte in ihrer Rede von ihren Erfolgen und Misserfolgen, Ängsten und Hoffnungen sowie den Höhen und Tiefen als Profiturnerin: „My story is just one of many. Nevertheless, I am sure that almost all athletes go through difficult times and find support and purpose in life with sport. “
Auch Faith Ogallo aus Kenia berührte die Teilnehmer*innen mit ihrer Erfahrung. Sie berichtete von bürokratischen Hürden, die ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen trotz Qualifikation verhinderten, und ihrem Engagement, um Taekwondo in ihrer Heimat populärer zu machen.
Minnie Soo aus Hong Kong berichtete von ihrer mentalen Blockade im Tischtennis kurz vor den Olympischen Spielen in Tokio. Durch die Zusammenarbeit mit einem Psychologen konnte sie die Schwierigkeiten überwinden und schließlich einen ihrer schönsten Wettkämpfe erleben.
Bereichernde Erfahrungen und neue Bekanntschaften
„Meine persönlichen Highlights waren der Austausch mit motivierten und sportinteressierten Menschen aus der ganzen Welt, die schönen Gespräche auch über den Sport hinaus und die engen Verbindungen, die innerhalb der zwei Wochen entstanden sind“, resümierte Luis. Seine Eindrücke und persönliche Highlights hielt er in diesem Reel fest.
Natalie ergänzte: „Für mich war es ein sehr besonderes Gefühl, die Geburtsstätte der Olympischen Spiele zu erkunden, nachdem ich selbst in Rio 2016 teilgenommen hatte.“ Mehr über die Ursprünge, Werte und Entwicklung der Spiele zu lernen, habe ihre eigene Teilnahme noch wertvoller gemacht. „Das Symbol der Olympischen Ringe verbinde ich jetzt auch mit der Verbindung zu Menschen aus aller Welt, Toleranz, Freundschaft und sportlicher Euphorie“, schilderte sie. Die tiefgründigen Rückfragen der Ambassadors nach ihrem Vortrag machten diese Erfahrung für sie noch einzigartiger und prägend.