Infothek

Die Deutsche Olympische Akademie (DOA) möchte mit ihrer Infothek eine Hilfestellung all denjenigen geben, die sich über das Thema Olympische Erziehung und/oder über „Olympia" informieren möchten. Hier werden Literaturhinweise, Weblinks, Videos und zusätzliche Angebote der DOA bereitgestellt. Zudem erscheinen in dieser Rubrik regelmäßig Beiträge zum „olympischen Geschehen" von anerkannten Expertinnen und Experten.

Werte in Sport, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft

Festredner Juergen KaubeFestvortrag zum zehnjährigen Jubiläum der Deutschen Olympischen Akademie

von Jürgen Kaube, Herausgeber der FAZ

 

 

Meine Damen und Herren,

Sport, das ist Gegenwart: physische Präsenz und Geistesgegenwart. Es gibt wenige öffentliche Tatbestände, die uns so sehr wie der Sport, der selbst betriebene wie der beobachtete, auf Augenblicke fokussieren. Sport ist aber auch Erinnerung. Wann immer wir über ihn sprechen, rufen wir sie auf. Wir könnten jemanden gar nicht erklären, was es mit dem Sport auf sich hat, wenn wir keine Ankedoten erzählen würden.

Das gilt auch für unser Thema. Erinnern Sie sich noch an Karl Schranz? Die Älteren womöglich schon. Der österreichische Skirennläufer mußte 1972 aus dem olympischen Dorf von Sapporo ausziehen, weil dem IOC ein Foto zugespielt worden war. Es zeigte Schranz in einem T-Shirt, auf dem der Name einer Kaffee-Firma stand.

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„Ohne Partizipation der Bevölkerung keine erfolgreiche Olympiabewerbung“

von Hans-Jürgen Schulke*

„Sport und Stadtentwicklung“ hieß das Thema. Und natürlich stand damit auch die gescheiterte Olympiabewerbung im Mittelpunkt des 16. Kongresses für Sport, Ökonomie und Medien, der in der vorigen Woche erstmals in der HafenCity Universität statt – pikanterweise vis à vis dem für 2024 geplanten Olympiagelände. Eine der wesentlichen Erkenntnisse des Kongresses: Ohne intensive Beteiligung der Bevölkerung wird es keine erfolgreiche Olympiabewerbung mehr geben.

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Bewertung von Bevölkerungsmeinungen zu Olympischen Spielen in Deutschland

von Holger Preuß (Schatzmeister der Deutschen Olympischen Akademie) & Till Dannewald

Nach der Niederlage bei der Bewerbung um Olympische Winterspiele gegen das südkoreanische Pyeongchang 2018 und die Ablehnung von Olympischen Winterspielen in München 2022 durch die Bevölkerung will sich Deutschland nun mit Hamburg für 2024 um die Ausrichtung Olympischer Sommerspiele bewerben. Allerdings ist die Zustimmung der Bevölkerung zu einer erneuten Bewerbung um Olympische Spiele in Hamburg nicht sehr hoch ausgefallen, denn im März sprachen sich nur 64% der befragten Hamburger für eine Bewerbung aus (im September waren es 53%) (FORSA, 2015, p.7). Dennoch scheint der Wunsch nach Olympischen Spielen in Deutschland sehr ausgeprägt. In einer Befragung in Berlin und Hamburg begrüßten immerhin 80% Olympische Spiele in Deutschland (FORSA, 2015, p.2) und während der Spiele in Sotschi 2014 lagen die Einschaltquoten im deutschen Fernsehen so hoch wie seit Lillehammer 1994 nicht mehr (Saukel 2014). In der konkreten Situation scheinen jedoch vermeintlich hohe Opportunitätskosten, fehlendes Vertrauen in die lokale Politik und diffuse Vorstellungen von den Anforderungen einer Organisation der Spiele und der dahinterstehenden internationalen Verbänden eine breite Akzeptanz der Spiele zu verhindern.

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