Archiv Willi Daume

Willi Daume: Nachlass und Vermächtnis

Es ist eine bisweilen gerne bemühte Floskel – in diesem Fall ist sie treffend: Der Sport war sein Leben. Ist von Willi Daume die Rede, verbindet sich sein Name fast wie von selbst mit der Sache, für die er stand. Wäre der Begriff des „Sportführers" nicht durch die Terminologie des Dritten Reiches diskreditiert, wäre er geeignet, die Rolle und Bedeutung Daumes auf den Punkt zu bringen. Schließlich bewährte sich dieser in beinahe allen Führungspositionen, die der organisierte Sport in der Bundesrepublik zu bieten hatte, wobei er stets zwei, meist mehrere hochkarätige Aufgaben gleichzeitig wahrnahm.

 

Kein Zweifel: Willi Daume war die zentrale Figur des deutschen Sports der Nachkriegszeit.

Einen Beitrag zum Vermächtnis des Sportfunktionärs leistet das Archiv Willi Daume. Mithilfe eines elektronischen Findbuchs wird ein umfänglicher Aktenbestand aus dem Nachlass Willi Daumes zugänglich gemacht, der Aufschlüsse über die Geschichte des deutschen und des internationalen Sports der Nachkriegszeit liefert, wobei die thematischen Schwerpunkte im Wesentlichen durch die Stichworte der oben stehenden Ausführungen gekennzeichnet sind.

Der weitaus größte Teil der immerhin mehr als 50.000 Dokumente – Korrespondenzen, Entwürfe, Redetexte, Protokolle etc. – betrifft den Zeitraum der 1970er-Jahre und dabei die Spiele von München, den Boykott der Spiele von Moskau sowie den Olympischen Kongress von Baden-Baden, aber auch die alltägliche Arbeit des NOK für Deutschland und des IOC.

Alle Aktenstücke sind einzeln erfasst und zwar je nach Dokumentenart mit Datum, Verfasser, Absender, Adressat, Inhalt bzw. Thema. Die Suche nach einzelnen Dokumenten oder thematisch sortierten Mappen erfolgt über eine entsprechende Suchmaske, deren Bedienung in einer „Gebrauchsanweisung" („Wegweiser") erläutert ist. Die Benutzung des „elektronischen" Findbuchs ist an die Software „MS Access" gebunden.

Die Akten selbst sind in den Räumlichkeiten der Deutschen Olympischen Akademie Willi Daume (DOA) in Frankfurt gelagert und dort nach Absprache einsehbar.